Gretels Werke – Schönes für mich

Rezension: Der geniale Sockenworkshop – Das Standardwerk zum Sockenstricken von Stephanie van der Linden und Ewa Jostes

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Handarbeiten boomt. Und damit auch der Markt an Büchern für diese Disziplin. Egal ob Stricken, Häkeln oder Nähen – die Vielfalt an zahlreichen Werken für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis ist genauso groß wie unübersichtlich. Und noch seltener sind die echten Perlen dieser Bücher.

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich Der geniale Sockenworkshop – Das Standardwerk zum Sockenstricken von Stephanie van der Linden und Ewa Jostes verdientermaßen in diese Kategorie einsortiere.

Die beiden Autorinnen versprechen nicht weniger als „Das Standardwerk zum Sockenstricken“ – und ich kann bereits vorab verraten, dass das nicht übertrieben ist. Im Gegenteil. Und zwar von der ersten bis zur letzten Seite.

Von Strick-Basics bis zu Toe-Up-Socken

Cover Rezension Der geniale Sockenworkshop Stephanie van der Linden Ewa Jostes

Nach der Vorstellung von vielen verschiedenen Modellen zu Beginn befassen sich die Autorinnen mit den unterschiedlichen Materialien, bevor es an die Strick-Basics geht. Die Vorstellung der 19 verschiedenen Modelle reicht dabei vom klassischen bis zum romantischen Fußkleid.

Die Strick-Basics sind für Anfänger eine Fundgrube: es geht um Maschen-Arten, typische Strickmuster und Abnahmen stricken. Besonders gut gefallen mir die nützlichen Tipps und Techniken – diese bieten auch für erfahrene Handarbeiter viel Neues. Ich nenne in diesem Zusammenhang die Scrappy Socks, die schönen bunten Socken als Resteverwertung der übrig gebliebenen Knäule, wo der russische Fadenansatz und das Fäden vernähen vermehrt zum Einsatz kommen.

Strick-Anschläge und -werkzeuge

Anschließend sind die zahlreichen Strick-Anschläge Thema und wie ich mit welchen unterschiedlichen Strickwerkzeugen  (Nadelspiel, einer Rundstricknadel, zwei Rundstricknadeln oder sogar mit drei Spezialstricknadeln und dem sogenanntem „Sockenwunder“, die eine sehr kurze Rundstricknadel ist) stricke.

Mir war immer nur das Nadelspiel mit fünf Nadel -„Stangen“ bekannt. Das Rundstricken mit dem „Sockenwunder“ ist zwar nichts für mich, aber seitdem ich das Sockenstricken mit nur einer Rundstricknadel entdeckt habe, möchte ich kein anderes Strickwerkzeug zum Sockenstricken mehr verwenden, da es für mich damit viel angenehmer und schneller zu stricken ist.

Bündchen stricken in vielen Varianten

Danach geht es im Buch weiter mit den diversen Arten des Bündchen Strickens. Auch hier werden alle Designs immer mit einem Foto veranschaulicht, so dass man sich sein Wunschbündchen schnell aussuchen kann. Für mich ist hier besonders das Stricken des doppelten Rollbündchens sehr interessant, denn diese Bündchenart verleiht jeder Socke ein ganz besonderes Flair und es hat mich schon immer interessiert, wie man diese Art strickt.

Fersen stricken leicht gemacht

Nach einem sehr kurzen Ausflug zum Schaft geht es gleich mit der Ferse weiter. Das Stricken der Ferse ist wohl für jeden Sockenstricken-Anfänger immer die größte Herausforderung, denn die Ferse ist der wichtigste Teil der Socke, denn sie entscheidet am Ende über einen guten Tragekomfort.

Der Fersenkompass in diesem Buch ist super hilfreich und für mich nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl des Fersenstrickens, was für einen Sockenstrickanfänger auch leicht zu strickende Varianten bietet. Die Bumerangferse war für mich bis jetzt immer leicht auch mit einer Rundstricknadel zu stricken, aber auch die anderen Fersenarten reizen mich in diesem Buch zum Nacharbeiten.

Dem Ausflug ins Kapitel Oberfuß und Sohle folgt abschließend das Stricken der Sockenspitze. Genau wie beim Fersenstricken gibt es auch hier wieder eine Vielzahl von Strickvarianten. Sehr hilfreich empfinde ich dazu die Anmerkungen, welche Spitze für welchen Fußtyp ideal ist. Die anatomische Bandspitze schafft eine rechte und eine linke Socke, und auch die japanische Spitze mit separatem Zeh sind zu den schon sehr bekannten Spitzenstrickdesigns eine witzige Alternative.

Toe Up-Socken – eine witzige Variante

Ein weiteres Kapitel ist den Toe-Up-Socken gewidmet, in dem man lernen kann, die Socken mal an den Zehen beginnend zu stricken. Hier wird über das Fersenstricken bis hoch zum elastischem Bündchenabschluss alles sehr gut in Wort und Bild veranschaulicht dargestellt und lädt damit zum Nacharbeiten ein.

Im vorletzten Kapitel geht es darum „Socken mal anders“ zu stricken. Es gibt nämlich auch sehr einfache Varianten, um Socken zu stricken – beispielsweise die Patentsocke oder die Spiralsocke, bei der auf das Fersenstricken ganz verzichtet werden kann. Auch ist es möglich, eine Socke in Reihen zu stricken, was für geübte Stricker mal eine schöne Abwechslung zum sonst üblichen Rundenstricken ist.

Quergestrickte Socken oder auch zwei Socken gleichzeitig zu stricken sind ebenfalls mit von der Partie. In  diesem Kapitel findet sich neben sehr schöne Anleitungen für Babysöckchen und Babyschühchen auch noch eine Anleitung für Hausschuhe und Rennsocken mit rutschfester Sohle.

Im letzten Buchkapitel schließlich geht es um das Musterstricken, wobei mich das Helixstricken in seinen Bann gezogen hat und das ich unbedingt als nächstes ausprobieren möchte. Am Ende des Buches werden zudem die bekannten Größentabellen für die unterschiedlich fädigen Sockgarne aufgeführt.

Mein Fazit zum Sockenworkshop

Der geniale Sockenworkshop ist ein sehr umfassendes Buch, das auf die verschiedenen Arten des Socken Strickens eingeht – sowohl in Deutschland als auch weltweit.

Auch erfahrene Strickerinnen können in dem Buch noch jede Menge Neues entdecken und ihr Können mit der Nadeln und an den Maschen erweitern. Die zahlreichen Fotos in Verbindung mit den ausführlichen und super bebilderten Anleitungen sind eine perfekte Kombination.

Kurzum: Der geniale Sockenworkshop ist ein umfassendes Gesamtwerk, das alle Facetten des Strickens abdeckt. Das Buch bietet für alle Fragen und Probleme zahlreiche Antworten und Lösungen. Besser geht es nicht!

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